Samstag, 28. Juni 2008


Tengo miedo!

In erster Linie geht es mir natürlich ums Angeben: Ich kann spanisch! Oder konnte es zumindest mal ... Aber miedo tengo ich tatsächlich vor dem Finale gegen die Spanier. Vielleicht sind die Vorzeichen besser als gegen die Türken: "Wir" sind wieder Außenseiter und müssten uns nicht grämen, gegen Espana (ich krieg grad das ~ überm n nicht hin. Weiß wer, wie das geht?) zu verlieren. Ich persönlich würd´ aber schon sehr, sehr, sehr, sehr gerne Europameister werden ... Und der Mannschaft würde ich´s auch gönnen :-)! Aber irgendwie hab ich Angst: Tengo miedo!

Update Montag, 10.20 Uhr (nach einer durchheulten und durchsoffenen Nacht ... nee, war nur Spasss!): Joni sagt es bereits in seinem Kommentar: Punkt. Aus. Und jetzt irgendwie ins Leben zurück finden. Schon okay alles irgendwie. ... Irgendwie halt. ... (heul, schluchz ...).

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Mittwoch, 25. Juni 2008


Warmlaufen in Bayern-Hosen

In Oldenburg finden zurzeit "Zelttage am Schlossplatz" statt: Vorträge, Interviews, Musik, Bistro. Ich bin - seit gestern - für zwei Abende hier im Einsatz. Heute wird nach der Veranstaltung das Halbfinale Deutschland-Türkei übertragen - war ja auch eine Bedingung, die ich mir vertraglich hab zusichern lassen.

Mein Quartiergeber Ebi ist ebenso fußballverrückt wie ich, allerdings ist er Bayern-Fan! Die freie Zeit bis zum Abend nutzend, wollte ich mich fürs Spiel ein wenig warmlaufen, hatte aber keine Laufsachen eingepackt. Also hat Ebi ausgeholfen: Mit einer Hose vom FC Bayern! Verschämt und in der Hoffnung nicht erkannt zu werden (Paparazzi, Autogrammjäger, Groupies ...) hab ich meine Runde gedreht, frei nach dem Motto: Warmlaufen für Deutschland - in Bayern-Hosen. Schrecklich!

Aber vielleicht hilft´s ja. Auf ins Finale!

Update, 03.24 (!): Mann, Mann, Mann, Mann, Mann, Mann, Mann, Mann, Mann, Mann, Mann ... Und JAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA! FIIIIINAAAAAAAAALEEEE!!! (Das muss für heute reichen. :-))

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Sonntag, 22. Juni 2008


Kleine Nebenbeschäftigung

Neben meiner hauptberuflichen Tätigkeit als Fußballfan, hatte ich gestern mal wieder die Gelegenheit einer kleinen Nebenbeschäftigung nachzugehen: Konzert in Krefeld. Der KönigPALAST war nicht ganz ausverkauft - was schon daran lag, dass ich dort nicht gespielt habe - sondern in der - immerhin - Dreikönigenstraße. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich in den letzten Wochen extrem viel "Kurzprogramm" gespielt habe und das letzte abendfüllende Konzert schon eine ganze Weile zurückliegt. Ich war im Anschluss ganz schön geschafft, was aber auch a) am Alter, b) am schwülen Wetter oder c) an meinem Stress liegen kann, rechtzeitig zum Viertelfinale Niederlande-Russland nach Hause zu kommen. Dazu bitte ich meinen Eintrag vom 18. Juni zu lesen (den Teil, der sich auf Holland bezieht) und mir Ehrerbietung vor meinem fußballerischen Sachverstand (soweit er sich auf Holland bezieht) zu erweisen! Danke im Voraus!

Heute bin aber sowas von klar für Spanien, obwohl ich die Italiener auch wahnsinnig gerne im Finale schlagen würde ...

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Freitag, 20. Juni 2008


Schweini gehabt!

Kann mich nicht erinnern, Schweinsteiger je so stark gesehen zu haben! Vielleicht noch 2006 im WM-Spiel um Platz 3. Gegen wen war das noch mal ...? Schade, dass wir ausgerechnet die Portugiesen putzen mussten! Aber högschtes Gombliment an Jogi & Co.! Die neue Doppelsechs mit Hitzelsperger und Rolfes (hat er bei der Alemannia gelernt!!!) war schwer beeindruckend. Überhaupt das Tempo und die Ballsicherheit über fast 90 Minuten - europameisterlich! Und jetzt genüsslich die anderen Viertelfinali (Finals? Finales? Finalen?) gucken! Wünsche mir die Kroaten zur Revanche im Halbfinale! Wird das tatsächlich das Sommermärchen 2008 ...?

Update nach dem Langweiler Kroatien-Türkei: Am Ende wusste man gar nicht mehr, für wen man weniger sein sollte. Und dann doch noch diese Endphase! Ich wage jetzt mal die Behauptung, dass es für die deutsche Mannschaft so besser ist. Bei den Türken sind drei Mann gesperrt, Nihat angeschlagen (was noch nichts heißt) und der Tormann nicht der hellste, wie man gesehen hat. Allerdings sollten wir bis kurz vor Schluss möglichst mit zwei Toren Unterschied führen. Ist ja unglaublich, wie die Türken fast jede Partie noch gedreht haben!

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Mittwoch, 18. Juni 2008


Jogis genialer Masterplan

Erst ein sicherer Sieg und drei Punkte gegen Polen. Dann die Euphoriebremse, Niederlage gegen Kroatien. Dann das Endspiel gegen Österreich: maximale mediale Aufmerksamkeit – und jedem ist klar: Jetzt tritt die deutsche Elf als klarer Außenseiter gegen die Portugiesen an. Und genau das ist unsere Chance! Sie werden brasilianisch zaubern wollen, ronaldinisch-verspielt sozusagen und prompt rausfliegen! (Habe grad mit unseren portugiesischen Freunden gemailt. Wir haben uns gegenseitig unsere Freundschaft über das Donnerstag-Spiel hinaus zugesichert – einen Sieg der jeweils eigenen Mannschaft vorausgesetzt ...)

Unterdessen werden die Niederländer entweder die Russen oder die Schweden brutal unterschätzen: Endstation Viertelfinale! Im Halbfinale zeigen Ballack & Compagnie gegen Kroatien ihr wahres Gesicht, um sich dann im Endspiel am Zufallsfinalisten Italien für 2006 zu revanchieren. Genialer Masterplan, Jogi!


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Freitag, 13. Juni 2008


ÖSTERREICH - DEUTSCHLAND

Ich befinde mich jetzt im Land des (einen) Gastgebers. Die Straßen hierher waren übersät mit abgefallenen Flaggen - erst deutschen, dann österreichischen. Tolles Patent, diese Autofahnen! Ich bin nach den Ereignissen vom Donnerstag noch in der Selbstfindungsphase ... und weiß immer noch nicht so recht, wie ich mich am Montag verhalten soll. Eigentlich könnte es ja eine win-win-Situation sein, wenn man Sympathien - ach, mehr als das! - für BEIDE Nationen empfindet. Aber es fühlt sich eher wie eine loose-loose-Situation an.

Gewinnt Deutschland ...
+ freu ich mich als Deutscher
+ ... mit Freunden und Familie
+ ... geht die Party in Deutschland erst so richtig los
+ bin ich heiß auf den Titel
- bin ich traurig für die Österreicher
- ärgere ich mich über die Deutschen, die mir diesen Sieg arrogant um die Ohren hauen werden (á la Hamm-Fehl, gell, Herr Hamm-Fehl ... ;-))

Gewinnt Österreich ...
+ freu ich mich als Fast-Österreicher (20 Jahre meines Lebens ...)
+ ... mit Frau, Freunden und Familie
+ ... mit dem David, der die Sensation geschafft hat
+ ... für die Gastgeber-Euphorie
- bin ich traurig für die Deutschen
- ärgere ich mich über die Österreicher, die mir diesen Sieg über-emotional und bis in alle Ewigkeit um die Ohren hauen werden

Was für ein Dilemma!
Mein Wunschergebnis - und ich tippe das dann auch gleich mal: Die Piefke führen 2:0 - und die Ösis machen dann in der Nachspielzeit den verdienten Ausgleich zum 2:2! Das wäre für alle erträglich, denke ich, sogar für die dann ja ausgeschiedenen Rot-Weiß-Roten.

Was meint ihr? Tipps und Kommentare erwünscht!

Update Sonntag, 23.40 Uhr: Bin - nach einem sehr beglückenden Auftritts-Tag mit fantastischem Flügel und Publikum in Linz - wieder in deutschen Landen. Der Countdown läuft! Werde das Spiel aller Voraussicht nach in einem Hotelzimmer in Hannover sehen, da ich meine bessere - österreichische - Hälfte aus Solidarität zu einer Dienstreise begleite. Rudelgucken könnte gefährlich werden, da ich nicht genau weiß, ob ich nicht doch auch bei einem Ö-Tor ein bisschen jubeln muss ...

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Mittwoch, 11. Juni 2008


Zu Hause!

Nach einer ziemlich coolen Tour in Mecklenburg, geschlagenen 14 Tagen und 15 Auftritten am Stück, davon vier EM-Spieltage mit nur einem einzigen Spiel, das ich komplett sehen konnte (nämlich D-POL), bin ich nun wieder zu Hause und kann mich inbrünstig dem Fußball und meinem EM-Blog widmen. (Auch wenn ich am Freitag schon wieder nach Österreich muss, am Samstag dort bei einer Tagung Musikprogramm mache und Sonntag dann wieder zurück fahre.)

Ich hoffe, dass sich die Schweizer heute im Turnier halten, Tipp: Schweiz-Türkei= 2:1.
Bei Tschechien-Portugal habe ich – trotz Ronaldo – leichte Sympathien für die Portugiesen. Und für Deutschland – wenn sie ihre Gruppe gewinnen – wäre es auch von Vorteil, wenn die Portugiesen Gruppenerster werden, damit wir sie nicht schon im Viertelfinale kriegen. Trotzdem mein Tipp: Tschechien-Portugal= 2:2 (Ich will heute Tore sehen!) – auch wenn der erste Spieltag etwas anderes vermuten lässt.

Update (0.23 Uhr): Schade, Schweiz! Wie bitter, in letzter Minute so unglücklich auszuscheiden! Das einzig Positive aus meiner Sicht: Für Österreich ist der Druck des Sich-als-einziger-Gastgeber-blamieren-Könnens-weil-man-noch-nicht-mal-die-Vorrunde-übersteht jetzt weg. Was bin ich gespannt auf morgen! Deutschland-Kroatien sag ich 2:0 und Österreich-Polen 1:0. Schön wär´s ...

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Montag, 9. Juni 2008


Der Ball rollt

Kurz vor der EM die Hiobsbotschaft: Bänderriss! Also, vielleicht. Vielleicht auch nur eine Dehnung, aber der Knöchel ist auch nach ein paar Tagen noch geschwollen und ein streifenförmiger Bluterguss ist am Fuß zu sehen. "Laufen für Deutschland" hat schon bei der WM 2006 nicht geklappt. Damals war ich mit Wolle vor dem tragischen Halbfinale gegen Italien eine quälende Stunde in erbarmungsloser Hitze im Aachener Wald gejoggt – um dann gegen Italien in der Verlängerung auszuscheiden.

Aber jetzt ist EM – und mein Knöchel symbolisiert dann eher das gestrige Spiel der Österreicher gegen Kroatien. In meiner Brust schlagen ja zwei Herzen: Ein deutsches und ein österreichisches. Das deutsche will Europameister werden (Poldi-Doppelpack hat schon mal gut vorgelegt!), das österreichische sich mit Anstand aus der Affäre ziehen. Aber wie es mir emotional in einer Woche beim Spiel Österreich-Deutschland gehen wird, kann ich jetzt noch nicht einschätzen.

Für heute tippe ich:
Rumänien-Frankreich= 1:0 (erste große Überraschung) und
Niederlande-Italien= 1:1

Die WM ist Geschichte, es lebe die EM!

P.S. Bin immer noch auf Tour und kann nur die Abendspiele in voller Länge sehen, da die Veranstaltungen hier um 19.00 Uhr beginnen. Ein hartes Los!

Und noch ein Nachtrag: Kollege Wolle (selbiger von oben) hat auf seiner Homepage nun auch seine EM-Splitter-Rubrik eröffnet: www.zerbin.eu unter "News". Klickt mal hin!

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Freitag, 6. Juni 2008


Hausen wie Rockstars, Essen wie Edelmänner

Tag 10 von 14: Die bescheidene Bleibe nahe unseres Auftrittsortes Waren an der Müritz ...

... haben wir leider wieder verlassen ...

video

Dafür sind wir hier in Neubrandenburg allabendlich im Bräuhaus eingeladen, wo man ritterlich speisen kann – natürlich ohne Besteck.

Übrigens: Hier im Nordosten ist immer noch Sommer! Schönen Gruß an den Rest der Welt!


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Samstag, 31. Mai 2008


Tag 4 von 14

Eine ganz, ganz, ganz, ganz, ganz besonders anstrengende Tour ist das wiedermal! Bin zwei Wochen mit den Herren Kreischer und Hamm-Fehl unterwegs, diesesmal im Nordosten der Republik. Heute ist schon wieder Tag 4 von 14. Erste Station: Rostock. Hier ein kleiner Einblick in unseren Arbeitsalltag:

video

Aber auch nach getaner Arbeit lässt uns – in diesem Fall mich – die Profession nicht los. Sogar für mein Abendessen musste ich Klavier spielen:


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Montag, 26. Mai 2008


Songcontest 2008

Jemand den Songcontest gesehen? Ich muss gestehen: Ich schau mir das immer mal wieder gerne an, war dereinst unsterblich in den Song einer Ungarin verliebt (Friderika: 1994, 4. Platz) und als ich nach Jahren das Lied wieder entdeckt habe, fand ich ihn (und Friderika) immer noch bezaubernd.

Am vergangenen Samstag saß ich bei Werner vor der Kiste (wir waren am Folgetag gemeinsam auf tour - in diesem Fall Biker-Tour im Siegerland) und sagte noch beim russischen Beitrag: "Leute, ich glaube an die Menschheit! Das hier ist ein Null-Punkte-Kandidat!" Dabei hatte ich wohl den Hang des geneigten Zuschauers zum Pathos unterschätzt. Die affigste aller Performances holte also den Sieg - und ich habe den Glauben an die Menschheit ein weiteres Mal verloren. Aber dann wurden die No Angels ja noch Letzte ...

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Montag, 19. Mai 2008


Internationale Klasse unterm Sternenzelt

Überm Sternenzelt pladderte der Regen. Unterm Sternenzelt gab´s einen Varieté-Abend von "internationaler Klasse" (das hab ich grad auf der Himmelszelt-Homepage gelesen), und das, obwohl ich Teil der Show war!

Also ein "klasse" Abend war das auf jeden Fall und großen Spaß gemacht hat es auch, zumal die Kulisse wirklich toll war. Trotz Dauerregens ein prall gefülltes Zirkuszelt, das Himmelszelt eben, an das ich ja mehrfach gute Erinnerungen habe.

Patrick Martin ist für Otto Maat eingesprungen (gute Besserung, Karsten! Verflixtes Berufsrisiko ...!) und hat mit seiner Ventriloquistik begeistert. (Das Wort hab ich gestern gelernt. Klingt gut, gell?!) Zauberer Mika hat zusammen mit Anouk das große Rund zum Staunen gebracht, Gastgeber Klaus Kreischer – Clown und Mime – hatte ein umjubeltes Heimspiel und Erna Sommer hat mit ihrer atemberaubenden Akrobatik sicher nicht nur bei mir für mehrere Herzstillstände gesorgt. Sie hatte übrigens selber fast einen, wie sie mir backstage im Künstler-Waggon verriet, denn bei ihrer Trapez-Nummer war sie vom Scheinwerfer so geblendet, dass sie ein paar Mal "ins Nichts" fassen musste. Dabei sah sie aber echt klasse aus, um nicht zu sagen internationale klasse ... !!!

Ach so, ja, ich selber hatte auch viel Spaß, aber das sagte ich bereits. Bin mir ziemlich sicher, dass ich in diesem Jahr der erste war, der den Besuchern "Last Christmas" von Wham als Ohrwurm mit auf den Weg gegeben hat ...

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Mittwoch, 7. Mai 2008


Hüftsteife Weltstars

Etwas Positives vorweg: Kevin Spacey ist gut! Ernüchternd aber: Ein höchst mittelmäßiges Stück, eine Inszenierung von Regisseur Matthew Warchus, die viel verschenkt und vor allem ein erschreckend steifer Jeff Goldblum, trüben die als "grandiosen verbalen Infight" angekündigte Ruhrfestspiel-Aufführung Speed-the-plow (Die Gunst der Stunde) von David Mamet, bei der auch Laura Michelle Kelly zunächst nicht glänzen darf und dann ihren Hauptakt völlig blutleer herunterspielt.

Was Musik und Texte angeht bin ich befangen. Es ziemt sich nicht, über Kollegen öffentlich zu urteilen – es sei denn man findet sie ohnehin toll. Heute will ich aber Luft ablassen dürfen, denn erstens wird es den Protagonisten nicht wehtun, zweitens werden sie nie davon erfahren und drittens ist die Kunstform nicht mein eigenes Genre. Durch Zufall mitbekommen, dass es noch (halbwegs leistbare) Karten gibt und kurzerhand nach Recklinghausen gefahren zu den Ruhrfestspielen 2008.

Natürlich sind es auch die Namen, die einen locken. Natürlich ist es spannend, Hollywood-Größen statt auf der Kinoleinwand leibhaftig auf einer Theater-Bühne zu erleben. Vorschusslorbeeren, Respekt vor den Weltstars, Faszination des Ruhms. All das spielt im Erleben des Abends eine Rolle. Vielleicht sind die Erwartungen gerade deswegen aber zu hoch.

Kevin Spacey spielt den Filmproduzenten Charlie Fox mit Tempo und Witz, verleiht ihm etwas Eigenständiges, Eigenbrötlerisches, und gewinnt die Gunst des Publikums in Windeseile. Produktionschef Bobby Gould alias Jeff Goldblum wirkt hingegen zögerlich, monoton, fast schüchtern. Noch hofft man: Vielleicht spielt Goldblum seine Rolle einfach gut! Charlie überbringt die große Nachricht: Nach langen Jahren der Erfolglosigkeit scheint er einen Blockbuster an Land gezogen zu haben. Am nächsten Tag soll der Deal perfekt gemacht werden. Doch da funkt Karen dazwischen, die Aushilfssekretärin, gespielt von Laura Michelle Kelly. Als Vorwand sie zu sich nach Hause einzuladen, soll sie für ihren Chef Bobby ein herumliegendes Drehbuch lesen um ihm zu berichten, ob es für einen guten Film – in seiner Definition: kommerziell erfolgreichen – taugt.

Dieser zweite Akt in Bobbys Wohnung zeigt die Schwächen der Inszenierung gnadenlos auf: Bobby versucht sich Karen zu nähern, Karen zeigt sich begeistert von dem Manuskript, das Bobby wiederum überhaupt nicht interessiert. Soweit so gut. Doch Goldblum spielt – über seine Rolle hinausgehend – erschreckend schwerfällig. Wenn er keinen Text hat verharrt er ausdruckslos in seiner Position und wartet auf sein nächstes Stichwort. Vielleicht macht man das beim Film so. Karens Plädoyer für den aberwitzigen Plot des von ihr gelesenen Drehbuchs wird völlig emotionslos vorgetragen, ohne ihr echte Begeisterung anzumerken. Seltsam, dass sich Bobby von diesem blutleeren Vortrag ohne Höhepunkte und Tiefe überzeugen lässt und seine Meinung ändert. Ist es ein Versuch des Regisseurs, aus dem Stoff kein allzu deftiges Boulevard-Theater zu machen, so bleibt es beim gut gemeinten Ansatz. Zwar wird diese Szene lobenswerter Weise nicht publikumstauglich ausgeschlachtet, jedoch versäumen es Regie und Schauspieler auch, einen starken Wendepunkt des Stückes herauszuarbeiten.

"Showdown" im dritten Akt. Charlie ist entsetzt über Bobbys Sinneswandel, nun tatsächlich den von Karen vorgeschlagen Text und nicht das von ihm selbst an Land gezogene Manuskript filmisch umsetzen zu wollen. Bobby bleibt dabei seltsam zurückgezogen und selbst wenn ihm Charlie so richtig an den Kragen geht, bleibt Goldblum unbeholfen, stürzt sich hüftsteif über die Bühne, schmiert sich viel zu viel Farbe ins Gesicht (soll es Blut sein?) und entscheidet sich dann doch für den Kommerz, denn Karen gibt zu, dass sie nicht mit ihm im Bett gelandet wäre, hätte er sich nicht umstimmen lassen.

Und das war´s dann auch.

Den Rest gibt mir die Reaktion des Publikums: Begeisterter Beifall und zum Teil standing ovations, die mir das größte Rätsel des Abends bleiben. Tröstlich auf der anderes Seite: Auch Weltstars kochen nur mit Wasser – und wer es in Hollywood schafft, ist noch lange kein überzeugender Bühnendarsteller.

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Montag, 5. Mai 2008


Frühlingserwachen

Mit dem Frühling kommt auch meine Lust aufs Songschreiben wieder! Nach einem recht ruhigen April, in dem ich nicht so recht aus den Startlöchern gekommen bin, den letzten beiden Wochenenden mit Auftritten in Siegen und Bremen und der Anschaffung eines Fahrrads (meine alte Gurke ist mir letztes Jahr geklaut worden, wofür ich jetzt sehr dankbar bin) spüre ich es deutlich: Es kitzelt wieder! Ich weiß noch nicht genau in welche Richtung es geht, bin aber gespannt auf das Neue, das der Mai ja sprichwörtlich macht.

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Samstag, 19. April 2008


Linktipp

Eine mir entfernt bekannte Person hat jetzt eine schöne eigene Homepage ... Schaut mal vorbei: www.angela-eickhoff.de

;-)

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Mittwoch, 16. April 2008


Schönes Leben

Wenn ich mir meine letzten Berichte so anschaue, dann müsste ich ja eigentlich ein schönes Leben haben: "Ostern", "Wie im Urlaub" und "Fußball". Nun, genauso ist es: In einer Stunde stehe ich wieder im Block X und gönne mir mein letztes Tivoli-Spiel in dieser Saison. (An den letzen beiden Heimspiel-Terminen muss ich ausnahmsweise mal wieder singen.) Hoffentlich folgt der Vorfreude keine Ernüchterung, wie schon so oft ...

Update, 21.58 Uhr: Auf dem Weg zum Tivoli Michael Meier und Christoph Daum gesehen (Manager und Trainer vom 1. FC Köln), dann 88 Minuten sehr durchschnittlichen bis frustrierenden Fußball. Aber dann - ausgleichende Gerechtigkeit für viele späte Gegentore in dieser Saison - ein satter Schuss von Kapitän Plaßhenrich: 1:0-Sieg! Alles ist gut :-)! Sorry, Aue (Frank, liest du das hier?), das war wohl der Abstieg ...

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