Samstag, 31. Mai 2008
Tag 4 von 14
Eine ganz, ganz, ganz, ganz, ganz besonders anstrengende Tour ist das wiedermal! Bin zwei Wochen mit den Herren Kreischer und Hamm-Fehl unterwegs, diesesmal im Nordosten der Republik. Heute ist schon wieder Tag 4 von 14. Erste Station: Rostock. Hier ein kleiner Einblick in unseren Arbeitsalltag:

Aber auch nach getaner Arbeit lässt uns – in diesem Fall mich – die Profession nicht los. Sogar für mein Abendessen musste ich Klavier spielen:

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Eine ganz, ganz, ganz, ganz, ganz besonders anstrengende Tour ist das wiedermal! Bin zwei Wochen mit den Herren Kreischer und Hamm-Fehl unterwegs, diesesmal im Nordosten der Republik. Heute ist schon wieder Tag 4 von 14. Erste Station: Rostock. Hier ein kleiner Einblick in unseren Arbeitsalltag:
Aber auch nach getaner Arbeit lässt uns – in diesem Fall mich – die Profession nicht los. Sogar für mein Abendessen musste ich Klavier spielen:

Montag, 26. Mai 2008
Songcontest 2008
Jemand den Songcontest gesehen? Ich muss gestehen: Ich schau mir das immer mal wieder gerne an, war dereinst unsterblich in den Song einer Ungarin verliebt (Friderika: 1994, 4. Platz) und als ich nach Jahren das Lied wieder entdeckt habe, fand ich ihn (und Friderika) immer noch bezaubernd.
Am vergangenen Samstag saß ich bei Werner vor der Kiste (wir waren am Folgetag gemeinsam auf tour - in diesem Fall Biker-Tour im Siegerland) und sagte noch beim russischen Beitrag: "Leute, ich glaube an die Menschheit! Das hier ist ein Null-Punkte-Kandidat!" Dabei hatte ich wohl den Hang des geneigten Zuschauers zum Pathos unterschätzt. Die affigste aller Performances holte also den Sieg - und ich habe den Glauben an die Menschheit ein weiteres Mal verloren. Aber dann wurden die No Angels ja noch Letzte ...
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Jemand den Songcontest gesehen? Ich muss gestehen: Ich schau mir das immer mal wieder gerne an, war dereinst unsterblich in den Song einer Ungarin verliebt (Friderika: 1994, 4. Platz) und als ich nach Jahren das Lied wieder entdeckt habe, fand ich ihn (und Friderika) immer noch bezaubernd.
Am vergangenen Samstag saß ich bei Werner vor der Kiste (wir waren am Folgetag gemeinsam auf tour - in diesem Fall Biker-Tour im Siegerland) und sagte noch beim russischen Beitrag: "Leute, ich glaube an die Menschheit! Das hier ist ein Null-Punkte-Kandidat!" Dabei hatte ich wohl den Hang des geneigten Zuschauers zum Pathos unterschätzt. Die affigste aller Performances holte also den Sieg - und ich habe den Glauben an die Menschheit ein weiteres Mal verloren. Aber dann wurden die No Angels ja noch Letzte ...
Montag, 19. Mai 2008
Internationale Klasse unterm Sternenzelt
Überm Sternenzelt pladderte der Regen. Unterm Sternenzelt gab´s einen Varieté-Abend von "internationaler Klasse" (das hab ich grad auf der Himmelszelt-Homepage gelesen), und das, obwohl ich Teil der Show war!
Also ein "klasse" Abend war das auf jeden Fall und großen Spaß gemacht hat es auch, zumal die Kulisse wirklich toll war. Trotz Dauerregens ein prall gefülltes Zirkuszelt, das Himmelszelt eben, an das ich ja mehrfach gute Erinnerungen habe.
Patrick Martin ist für Otto Maat eingesprungen (gute Besserung, Karsten! Verflixtes Berufsrisiko ...!) und hat mit seiner Ventriloquistik begeistert. (Das Wort hab ich gestern gelernt. Klingt gut, gell?!) Zauberer Mika hat zusammen mit Anouk das große Rund zum Staunen gebracht, Gastgeber Klaus Kreischer – Clown und Mime – hatte ein umjubeltes Heimspiel und Erna Sommer hat mit ihrer atemberaubenden Akrobatik sicher nicht nur bei mir für mehrere Herzstillstände gesorgt. Sie hatte übrigens selber fast einen, wie sie mir backstage im Künstler-Waggon verriet, denn bei ihrer Trapez-Nummer war sie vom Scheinwerfer so geblendet, dass sie ein paar Mal "ins Nichts" fassen musste. Dabei sah sie aber echt klasse aus, um nicht zu sagen internationale klasse ... !!!
Ach so, ja, ich selber hatte auch viel Spaß, aber das sagte ich bereits. Bin mir ziemlich sicher, dass ich in diesem Jahr der erste war, der den Besuchern "Last Christmas" von Wham als Ohrwurm mit auf den Weg gegeben hat ...
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Überm Sternenzelt pladderte der Regen. Unterm Sternenzelt gab´s einen Varieté-Abend von "internationaler Klasse" (das hab ich grad auf der Himmelszelt-Homepage gelesen), und das, obwohl ich Teil der Show war!
Also ein "klasse" Abend war das auf jeden Fall und großen Spaß gemacht hat es auch, zumal die Kulisse wirklich toll war. Trotz Dauerregens ein prall gefülltes Zirkuszelt, das Himmelszelt eben, an das ich ja mehrfach gute Erinnerungen habe.
Patrick Martin ist für Otto Maat eingesprungen (gute Besserung, Karsten! Verflixtes Berufsrisiko ...!) und hat mit seiner Ventriloquistik begeistert. (Das Wort hab ich gestern gelernt. Klingt gut, gell?!) Zauberer Mika hat zusammen mit Anouk das große Rund zum Staunen gebracht, Gastgeber Klaus Kreischer – Clown und Mime – hatte ein umjubeltes Heimspiel und Erna Sommer hat mit ihrer atemberaubenden Akrobatik sicher nicht nur bei mir für mehrere Herzstillstände gesorgt. Sie hatte übrigens selber fast einen, wie sie mir backstage im Künstler-Waggon verriet, denn bei ihrer Trapez-Nummer war sie vom Scheinwerfer so geblendet, dass sie ein paar Mal "ins Nichts" fassen musste. Dabei sah sie aber echt klasse aus, um nicht zu sagen internationale klasse ... !!!
Ach so, ja, ich selber hatte auch viel Spaß, aber das sagte ich bereits. Bin mir ziemlich sicher, dass ich in diesem Jahr der erste war, der den Besuchern "Last Christmas" von Wham als Ohrwurm mit auf den Weg gegeben hat ...
Mittwoch, 7. Mai 2008
Hüftsteife Weltstars
Etwas Positives vorweg: Kevin Spacey ist gut! Ernüchternd aber: Ein höchst mittelmäßiges Stück, eine Inszenierung von Regisseur Matthew Warchus, die viel verschenkt und vor allem ein erschreckend steifer Jeff Goldblum, trüben die als "grandiosen verbalen Infight" angekündigte Ruhrfestspiel-Aufführung Speed-the-plow (Die Gunst der Stunde) von David Mamet, bei der auch Laura Michelle Kelly zunächst nicht glänzen darf und dann ihren Hauptakt völlig blutleer herunterspielt.
Was Musik und Texte angeht bin ich befangen. Es ziemt sich nicht, über Kollegen öffentlich zu urteilen – es sei denn man findet sie ohnehin toll. Heute will ich aber Luft ablassen dürfen, denn erstens wird es den Protagonisten nicht wehtun, zweitens werden sie nie davon erfahren und drittens ist die Kunstform nicht mein eigenes Genre. Durch Zufall mitbekommen, dass es noch (halbwegs leistbare) Karten gibt und kurzerhand nach Recklinghausen gefahren zu den Ruhrfestspielen 2008.
Natürlich sind es auch die Namen, die einen locken. Natürlich ist es spannend, Hollywood-Größen statt auf der Kinoleinwand leibhaftig auf einer Theater-Bühne zu erleben. Vorschusslorbeeren, Respekt vor den Weltstars, Faszination des Ruhms. All das spielt im Erleben des Abends eine Rolle. Vielleicht sind die Erwartungen gerade deswegen aber zu hoch.
Kevin Spacey spielt den Filmproduzenten Charlie Fox mit Tempo und Witz, verleiht ihm etwas Eigenständiges, Eigenbrötlerisches, und gewinnt die Gunst des Publikums in Windeseile. Produktionschef Bobby Gould alias Jeff Goldblum wirkt hingegen zögerlich, monoton, fast schüchtern. Noch hofft man: Vielleicht spielt Goldblum seine Rolle einfach gut! Charlie überbringt die große Nachricht: Nach langen Jahren der Erfolglosigkeit scheint er einen Blockbuster an Land gezogen zu haben. Am nächsten Tag soll der Deal perfekt gemacht werden. Doch da funkt Karen dazwischen, die Aushilfssekretärin, gespielt von Laura Michelle Kelly. Als Vorwand sie zu sich nach Hause einzuladen, soll sie für ihren Chef Bobby ein herumliegendes Drehbuch lesen um ihm zu berichten, ob es für einen guten Film – in seiner Definition: kommerziell erfolgreichen – taugt.
Dieser zweite Akt in Bobbys Wohnung zeigt die Schwächen der Inszenierung gnadenlos auf: Bobby versucht sich Karen zu nähern, Karen zeigt sich begeistert von dem Manuskript, das Bobby wiederum überhaupt nicht interessiert. Soweit so gut. Doch Goldblum spielt – über seine Rolle hinausgehend – erschreckend schwerfällig. Wenn er keinen Text hat verharrt er ausdruckslos in seiner Position und wartet auf sein nächstes Stichwort. Vielleicht macht man das beim Film so. Karens Plädoyer für den aberwitzigen Plot des von ihr gelesenen Drehbuchs wird völlig emotionslos vorgetragen, ohne ihr echte Begeisterung anzumerken. Seltsam, dass sich Bobby von diesem blutleeren Vortrag ohne Höhepunkte und Tiefe überzeugen lässt und seine Meinung ändert. Ist es ein Versuch des Regisseurs, aus dem Stoff kein allzu deftiges Boulevard-Theater zu machen, so bleibt es beim gut gemeinten Ansatz. Zwar wird diese Szene lobenswerter Weise nicht publikumstauglich ausgeschlachtet, jedoch versäumen es Regie und Schauspieler auch, einen starken Wendepunkt des Stückes herauszuarbeiten.
"Showdown" im dritten Akt. Charlie ist entsetzt über Bobbys Sinneswandel, nun tatsächlich den von Karen vorgeschlagen Text und nicht das von ihm selbst an Land gezogene Manuskript filmisch umsetzen zu wollen. Bobby bleibt dabei seltsam zurückgezogen und selbst wenn ihm Charlie so richtig an den Kragen geht, bleibt Goldblum unbeholfen, stürzt sich hüftsteif über die Bühne, schmiert sich viel zu viel Farbe ins Gesicht (soll es Blut sein?) und entscheidet sich dann doch für den Kommerz, denn Karen gibt zu, dass sie nicht mit ihm im Bett gelandet wäre, hätte er sich nicht umstimmen lassen.
Und das war´s dann auch.
Den Rest gibt mir die Reaktion des Publikums: Begeisterter Beifall und zum Teil standing ovations, die mir das größte Rätsel des Abends bleiben. Tröstlich auf der anderes Seite: Auch Weltstars kochen nur mit Wasser – und wer es in Hollywood schafft, ist noch lange kein überzeugender Bühnendarsteller.
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Etwas Positives vorweg: Kevin Spacey ist gut! Ernüchternd aber: Ein höchst mittelmäßiges Stück, eine Inszenierung von Regisseur Matthew Warchus, die viel verschenkt und vor allem ein erschreckend steifer Jeff Goldblum, trüben die als "grandiosen verbalen Infight" angekündigte Ruhrfestspiel-Aufführung Speed-the-plow (Die Gunst der Stunde) von David Mamet, bei der auch Laura Michelle Kelly zunächst nicht glänzen darf und dann ihren Hauptakt völlig blutleer herunterspielt.
Was Musik und Texte angeht bin ich befangen. Es ziemt sich nicht, über Kollegen öffentlich zu urteilen – es sei denn man findet sie ohnehin toll. Heute will ich aber Luft ablassen dürfen, denn erstens wird es den Protagonisten nicht wehtun, zweitens werden sie nie davon erfahren und drittens ist die Kunstform nicht mein eigenes Genre. Durch Zufall mitbekommen, dass es noch (halbwegs leistbare) Karten gibt und kurzerhand nach Recklinghausen gefahren zu den Ruhrfestspielen 2008.
Natürlich sind es auch die Namen, die einen locken. Natürlich ist es spannend, Hollywood-Größen statt auf der Kinoleinwand leibhaftig auf einer Theater-Bühne zu erleben. Vorschusslorbeeren, Respekt vor den Weltstars, Faszination des Ruhms. All das spielt im Erleben des Abends eine Rolle. Vielleicht sind die Erwartungen gerade deswegen aber zu hoch.
Kevin Spacey spielt den Filmproduzenten Charlie Fox mit Tempo und Witz, verleiht ihm etwas Eigenständiges, Eigenbrötlerisches, und gewinnt die Gunst des Publikums in Windeseile. Produktionschef Bobby Gould alias Jeff Goldblum wirkt hingegen zögerlich, monoton, fast schüchtern. Noch hofft man: Vielleicht spielt Goldblum seine Rolle einfach gut! Charlie überbringt die große Nachricht: Nach langen Jahren der Erfolglosigkeit scheint er einen Blockbuster an Land gezogen zu haben. Am nächsten Tag soll der Deal perfekt gemacht werden. Doch da funkt Karen dazwischen, die Aushilfssekretärin, gespielt von Laura Michelle Kelly. Als Vorwand sie zu sich nach Hause einzuladen, soll sie für ihren Chef Bobby ein herumliegendes Drehbuch lesen um ihm zu berichten, ob es für einen guten Film – in seiner Definition: kommerziell erfolgreichen – taugt.
Dieser zweite Akt in Bobbys Wohnung zeigt die Schwächen der Inszenierung gnadenlos auf: Bobby versucht sich Karen zu nähern, Karen zeigt sich begeistert von dem Manuskript, das Bobby wiederum überhaupt nicht interessiert. Soweit so gut. Doch Goldblum spielt – über seine Rolle hinausgehend – erschreckend schwerfällig. Wenn er keinen Text hat verharrt er ausdruckslos in seiner Position und wartet auf sein nächstes Stichwort. Vielleicht macht man das beim Film so. Karens Plädoyer für den aberwitzigen Plot des von ihr gelesenen Drehbuchs wird völlig emotionslos vorgetragen, ohne ihr echte Begeisterung anzumerken. Seltsam, dass sich Bobby von diesem blutleeren Vortrag ohne Höhepunkte und Tiefe überzeugen lässt und seine Meinung ändert. Ist es ein Versuch des Regisseurs, aus dem Stoff kein allzu deftiges Boulevard-Theater zu machen, so bleibt es beim gut gemeinten Ansatz. Zwar wird diese Szene lobenswerter Weise nicht publikumstauglich ausgeschlachtet, jedoch versäumen es Regie und Schauspieler auch, einen starken Wendepunkt des Stückes herauszuarbeiten.
"Showdown" im dritten Akt. Charlie ist entsetzt über Bobbys Sinneswandel, nun tatsächlich den von Karen vorgeschlagen Text und nicht das von ihm selbst an Land gezogene Manuskript filmisch umsetzen zu wollen. Bobby bleibt dabei seltsam zurückgezogen und selbst wenn ihm Charlie so richtig an den Kragen geht, bleibt Goldblum unbeholfen, stürzt sich hüftsteif über die Bühne, schmiert sich viel zu viel Farbe ins Gesicht (soll es Blut sein?) und entscheidet sich dann doch für den Kommerz, denn Karen gibt zu, dass sie nicht mit ihm im Bett gelandet wäre, hätte er sich nicht umstimmen lassen.
Und das war´s dann auch.
Den Rest gibt mir die Reaktion des Publikums: Begeisterter Beifall und zum Teil standing ovations, die mir das größte Rätsel des Abends bleiben. Tröstlich auf der anderes Seite: Auch Weltstars kochen nur mit Wasser – und wer es in Hollywood schafft, ist noch lange kein überzeugender Bühnendarsteller.
Montag, 5. Mai 2008
Frühlingserwachen
Mit dem Frühling kommt auch meine Lust aufs Songschreiben wieder! Nach einem recht ruhigen April, in dem ich nicht so recht aus den Startlöchern gekommen bin, den letzten beiden Wochenenden mit Auftritten in Siegen und Bremen und der Anschaffung eines Fahrrads (meine alte Gurke ist mir letztes Jahr geklaut worden, wofür ich jetzt sehr dankbar bin) spüre ich es deutlich: Es kitzelt wieder! Ich weiß noch nicht genau in welche Richtung es geht, bin aber gespannt auf das Neue, das der Mai ja sprichwörtlich macht.
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Mit dem Frühling kommt auch meine Lust aufs Songschreiben wieder! Nach einem recht ruhigen April, in dem ich nicht so recht aus den Startlöchern gekommen bin, den letzten beiden Wochenenden mit Auftritten in Siegen und Bremen und der Anschaffung eines Fahrrads (meine alte Gurke ist mir letztes Jahr geklaut worden, wofür ich jetzt sehr dankbar bin) spüre ich es deutlich: Es kitzelt wieder! Ich weiß noch nicht genau in welche Richtung es geht, bin aber gespannt auf das Neue, das der Mai ja sprichwörtlich macht.

