Sonntag, 26. November 2006


November-Trilogie

Melle-Oldendorf
"Konzert bei Kerzenschein / November in a-Moll": Das entzückende Hallmann´sche Haus, ein restauriertes historisches Fachwerkhäuschen im niedersächsischen Oldendorf (Melle), ist gut gefüllt, das Publikum sitzt mir quasi auf dem Schoß, Kerzenlicht verbreitet wohlige Wärme. Am Ende meines Programms dankt mir Veranstalter Karsten Keding mit den Worten "Wenn Sie nur mit Ihren Zwischentexten [also ohne zu singen!], aufgetreten wären, wäre es auch ein schöner Abend gewesen!" Ich verstehe es richtig und freue mich über den wirklich kuscheligen Abend in toller Atmosphäre.

Cloppenburg
Stefan Jürgens erhält täglich über 300 Spam-Mails. Das liegt nicht an seinem schlechten Spam-Filter, sondern daran, dass seine e-mail-Adresse auf der Homepage der ARD veröffentlicht ist. Stefan ist nämlich einer der Sprecher beim Wort zum Sonntag. Ich musste ihm eingestehen, dass ich das gar nicht wusste, was er wiederum durchaus verständlich fand, läuft die Sendung doch häufig spät abends nach dem Musikantensta(d)l(l). Also traute ich mich auch an diesem Abend, den "Spam-Song" und "So viel gute Laune" von mir zu geben, was der Stimmung in der Aula des Kardinal-von-Gahlen-Hauses in Cloppenburg zu meiner Freude eher zuträglich war ... Beim Wellenlängen-Abgleich mit frisch Gezapftem im Anschluss an das Konzert stellten Stefan und ich eine außerordentlich hohe Gleichschwingung fest, dass einer Fortsetzung gemeinsamer Abende Tür und Toren geöffnet scheinen. Ich bin dabei!

Paderborn
Dreieinhalb Jahre ist es her, dass unser Paderborner Kennzeichen dem Aachener weichen musste (sollte / durfte). Trotz der langen Pause wurde es eine – nun gut, nicht triumphale Rückkehr, wie ich im Konzert leicht übertrieb – aber aus meiner Sicht doch eine runde Sache, die als "Kultur im Biohaus" angekündigt war. Was mich freute: Ein paar alte Bekannte waren gekommen, ohne dass ich extra Einladungen verschickt hatte (was mir durchaus auch peinlich war.) Im Kreise des harten Freundschaftskerns von damals klang der Abend aus und mit ihm erhielt die November-Trilogie an diesem Tour-Wochenende einen äußerst würdigen Abschluss.

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Sonntag, 19. November 2006


Klasse Wochenende

"Ich muss euch leider gleich was sagen ..." Mit diesen bedeutungsschwangeren Worten willst du als Künstler nicht begrüßt werden. Vor allem, wenn du ahnst, was dann kommt. Und so kam es dann auch: Zwei kurzfristig angelegte Konkurrenzveranstaltungen, zu denen quasi Anwesenheitspflicht herrschte, sollten uns beim Konzert in Breitenwang in Tirol die Leute abziehen.

Was vom Abend übrig blieb: Siebzehn Leute im Publikum und – keine Ironie! – ein unvergessliches Konzert für Torsten, mich und wie es schien auch alle, die gekommen waren.

Den traumhaft schönen Saal hatten wir zur verdunkelten Kulisse im Hintergrund und die Bühne zum Zuschauerraum umfunktioniert. (Danke, Norbert, für das Foto!) Es wurde eine total entspannte, unheimlich nette Runde rund um den Flügel und das Cello. Beim anschließenden Pizzaessen waren wir uns einig, dass es irgendwie genauso kommen musste! Ganz liebe Grüße nach Tirol!

Auch in Kraichtal war es kuschelig, und das, obwohl der Saal voll war! Ein engagiertes Team, angenehme Bistro-Atmosphäre, leckeres Essen ... naja und wir hoffen natürlich, da mitgehalten zu haben. Gefühlt haben wir uns prächtig, auch noch nach Kirstens herausforderndem Interview in der Pause :-). Dort im Badischen wiederum wurde eine ganze Privat-Wohnung zur Hotel-Suite umfunktioniert und bei den letzten Minuten des Minority-Reports genossen wir unser Minderheiten-Dasein und die brandneuen, taufrischen Erinnerungen an ein klasse Wochenende.

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Dienstag, 14. November 2006


Ausländerpolitik in Deutschland 2006

Familie Wiengarten aus Beelen/Westfalen (ich berichtete) setzt sich in ihrer Region sehr für die Belange ausländischer Mitbürger ein. Nun berichten sie von einem Fall, bei dem eine Familie, deren Kinder alle in Deutschland geboren wurden, unter unmenschlichen Bedingungen in ihr ursprüngliches Heimatland Sri Lanka abgeschoben wurde: "Ohne Geld, ohne Papiere, ohne Kleidung, ohne Medikamente, ohne Verwandte, ohne Beziehungen, ohne inneren Bezug", berichtet Nina Wiengarten, die zur Zeit ein Auslandssemester in Sri Lanka bestreitet und Kontakt zur abgeschobenen Familie Thadchanamoorthy hat. In ihrem bewegenden Weblog www.soulsisternina.blogspot.com ist die ganze Geschichte nachzulesen.

Der Fall wird auch von Bettina Sander in einem eigenen Blog behandelt: www.abgeschoben-waf.de. Dort befindet sich auch als Vordruck ein Brief an den NRW-Innenminister Ingo Wolf, in dem er aufgefordert wird, bei der am 16./17. November stattfindenden Innenminister-Konferenz menschenwürdig und großzügig mit dem Thema Bleiberecht umzugehen. Hinter jeder Abschiebung stehen Menschenleben, einzelne Schicksale, wie das der Familie Thadchanamoorthy.

Ich weiß, es kostet ein wenig Zeit, auch Anstrengung und Überwindung, sich einzulesen, zu informieren, den Brief auszudrucken, zu unterschreiben, abzuschicken. Vor allem, wenn man den persönlichen Bezug nicht hat. Ich habe ihn zumindest zu den Wiengartens und möchte das Wenige tun, das ich tun kann. Wer hilft mit?

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Montag, 13. November 2006


Beweisfoto

Soeben erreicht mich folgendes Beweisfoto - passend zum voranstehenden Eintrag. Luca und meine Wenigkeit (total zivil und ungeschminkt!)


6. November 06, irgendwo an der A3

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Dienstag, 7. November 2006


Die Welt ist klein

Gestern auf der A3. Verengte Fahrbahn an einer Baustelle. Ein roter Ford Escord mit holländischem Kennzeichen überholt mich und schickt sich an, auch den vor mir fahrenden LKW zu passieren. Dann zieht er zurück – ist doch ein bisschen eng – und reiht sich vor mir ein. Ein inneres Stimmchen flüstert mir ins Ohr: "Dem Holländer zeigen wir jetzt, dass da locker genug Platz ist." Also schere ich zum Überholen aus und erkenne hinterm Lenkrad ...

... Luca! Luca Genta, "meinen" Bassisten und Flötenzauberer, nebst Gattin. Ich winke, ich lache, ich hupe. Nichts. Ich winke heftiger, lache lauter, hupe länger. Gelassenheit im roten Escord. Erst als ich einen Meter vorfahre und noch einmal alles gebe, entgleisen den beiden die Gesichtszüge. Keine 500 Meter weiter wartet ein Rastplatz samt Café-Station auf uns. Ein riesiges Hallo! Was für ein Spaß! Luca hatte Konzerte in Mainz gehabt, ich war auf dem Rückweg von Einsätzen in Zirndorf und Nürnberg. Wieviele Zufälle müssen für so eine Begegnung zusammenspielen?!

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Mittwoch, 1. November 2006


Ich sollte mal wieder fußballfrei bloggen ...

Du hast Recht, Irmi!

der gängigen Meinung
nicht entsprechen
nicht untypisch
nicht typisch
neben der Spur fahren
auf der Leitung tanzen
dem Leben einen anderen Blickwinkel
geben

(Irmgard Johanna Edelbauer)

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